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Dankfest in Cheb/Eger

Anlässlich der Renovierung der evangelischen Friedenskirche feierte die EKBB-Gemeinde in Cheb/Eger einen Dankgottesdienst.

Es grenzt an ein Wunder, was in den letzten Jahren in Cheb (Eger) gelungen ist. Die dortige evangelische Friedenskirche konnte vor dem Verfall gerettet und für künftige Generationen erhalten werden. Noch im Jahr 2017 konnte waren die Risse in den dicken Auswänden so breit, dass man hindurchsehen konnte, das Dach musste saniert werden und der von der Fassade abfallende Putz bedrohte sogar die Fußgänger. Mit viel finanzieller Unterstützung der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, der Stadt Cheb (Eger), des tschechischen Kulturministeriums, des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und weiterer ist es gelungen, eine sichere Statik der Kirche wieder herzustellen. Der Grund für die Beschädigung waren unter anderem die in der Region häufiger vorkommenden leichten Erdbeben.

Am Sonntag, dem 6. Oktober 2019 wurde zum Erntedankfest die Kirche wieder ihrer Bestimmung übergeben. Der feierliche Dankgottesdienst mit Heiligem Abendmahl wurde zweisprachig gehalten. Neben der Ortsgemeinde waren Mitglieder der deutschen Partnergemeinde Marktredwitz gekommen, wie auch die Bayreuther Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner. In ihrer Predigt thematisierte sie die fortschreitende Entkirchlichung der Gesellschaft: „Wichtig ist, dass wir - ob in Bayern oder Tschechien - eine einladende Gemeinde sind. … Unsere Kirchen sind Orte, an den Menschen das bekommen, was den Lebenshunger stillt.“ Als Geschenk an die Gemeinde übergab sie einen Korb mit Kinderbibeln, die in Cheb/Eger zum Einsatz kommen sollen.

Im zweiten Teil des Dankfestes erklangen Orgelwerke vor allem aus der Barockzeit. Die Gemeinde erinnerte an die Geschichte der Kirche und den Verlauf der Renovierung – noch steht das Gerüst und es sind nicht alle Arbeiten abgeschlossen. Der Synodalsenior der EKBB, Daniel Ženatý, erinnerte daran, dass sich die gesamte EKBB momentan auf ein neues Finanzierungsmodell umstellt, in dem die Verantwortung aller Glieder wichtiger wird und Solidarität geübt wird. Hoffnung machen dabei Menschen und Orte, die geschichtliche und geographische Grenzen überschreiten.

In diesem Sinne können auch die Worte verstanden werden, die am Altar der Kirche in deutscher Sprache stehen – „Friede sei mit Euch“. Sie haben die Zeiten überdauert, begleiteten alle Besucher des Dankfestes während des Tages und rufen auch zu in Zukunft zur Verantwortung auf.

08.10.2019, 10:50