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Synodalrat mahnt Hilfe für Flüchtlinge an

Die Tschechische Republik hat angekündigt, dass sie keine Flüchtlinge aus der Gruppe der 450 Personen aufnimmt, die auf einem Fischerboot vor der italienischen Küste aufgegriffen worden waren.

Premierminister Andrej Babiš und Außenminister Jan Hamáček teilten mit, dass Tschechien das dringende Ersuchen Italiens ablehnt und keinem einzigen dieser Migranten hilft.

Wir wollen unsere große Sorge über diese Haltung der tschechischen Regierung zum Ausdruck bringen, die wir als einen Ausdruck mangelnder Solidarität gegenüber Menschen in direkter Not sowie gegenüber den Partnern in der europäischen Gemeinschaft wahrnehmen. Mit ihrer ablehnenden Position verrät die Tschechische Republik die Grundsätze der zivilisierten Welt, zu der sie gehören möchte und die u.a. in der Tradition und auf den Werten des christlichen Glaubens steht.

Schon letztes Jahr im Sommer hat sich die Föderation evangelischer Kirchen in Italien mit der Bitte um Unterstützung an uns gewandt, in einer Situation, in der die vielen über das Meer kommenden Migranten eine große und ohne die Hilfe weiterer europäischer Länder nur schwer zu bewältigende Belastung darstellen.

Wir sind überzeugt, dass unser Staat fähig ist, in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Partnern und Institutionen effektiv gegen Wirtschaftsmigration und organisierten Menschenhandel vorzugehen.

Gleichzeitig vertrauen wir den staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen und glauben, dass unsere Gesellschaft über genug Selbstvertrauen, moralische Kraft und effektive Mechanismen für die Unterstützung der wirklich Hilfsbedürftigen verfügt.

Wir müssen in aller Verantwortlichkeit gegenseitig solidarisch sein. Die Worte Jesu von der Hilfe für den Nächsten in Not sind im Evangelium sehr deutlich. Angesichts der lebensbedrohlichen Lage konkreter Menschen dürfen wir nicht achtlos und gleichgültig bleiben.

 

Der Synodalrat der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder

30.07.2018, 15:34