Aus dem Rumburger Familienzentrum Klíček wurde ein kirchlicher Kindergarten

Froh und dankbar konnten wir Ende September im Rumburger Pfarrhaus die Eröffnung des Kirchlichen Kindergartens Klíček feiern. 7 Monate Bauzeit sind damit zuende gegangen. Vorausgegangen sind aber auch unzählige Stunden, in denen mit Helfern (nicht nur aus der Kirchgemeinde) gemalert, gestrichen, montiert, gepflanzt, Erde und Kies verteilt wurde...

Doch eigentlich muss noch ein Stück weiter zurückgeschaut werden: bereits im Frühjahr 2012 wurde ein Teil unseres Pfarrhauses zu einem Familienzentrum umgebaut – für unsere kleine Gemeinde ein weiterer wichtiger Schritt der Öffnung und Möglichkeit, Menschen über den Kreis der Gemeinde hinaus anzusprechen.

Neben verschiedenen anderen Aktivitäten kamen im Familienzentrum über 10 Monate Kinder aus der Roma-Kommunität und aus der Mehrheitsbevölkerung zu einem Vorschulkreis zusammen. Die Erfahrung, wie schwer es ist, bei der pädagogischen Arbeit mit Kindern von kurzfristigen Förderprogrammen abhängig zu sein, war für uns entscheidender Impuls für das Bemühen um einen registrierten Kindergarten mit Anspruch auf regelmäßige staatliche Förderung.

Wie viele Hürden zu überwinden sein werden, hat im Vorfeld jedoch wohl niemand von uns geahnt. Einige Ämter, Behörden und Lieferanten haben es uns nicht leicht gemacht. Es war und ist zu spüren, dass kirchliche bzw. nichtstaatliche Kindergärten hierzulande noch eine große Ausnahme sind.

Finanziert wurde der Umbau in erster Linie durch Spenden. Der sächsischen Landeskirche, dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz, aber auch vielen Kirchgemeinden und einzelnen Spendern, die uns mit Aktionen und Kollekten unterstützt haben, gilt unser herzlicher Dank.

4 von den insgesamt 24 Plätzen sollen vorrangig mit Kindern besetzt werden, die aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder der sozialen Stellung ihrer Familie benachteiligt sind. Unsere Pfarrgemeinde hat es sich zur Aufgabe gesetzt, für diese Kinder nach finanzieller Unterstützung zu suchen, um die Kosten für das Essen, sowie einen Teil des Elternbeitrages zu übernehmen. Wir halten es jedoch für das Miteinander und um der Anleitung zur Selbstverantwortung willen für wichtig, dass auch sozial schwächere Familien einen bestimmten Anteil selbst zahlen. In den zurückliegenden Wochen hat sich gezeigt, dass dies eine Hürde ist. Zu groß scheint die Gewöhnung an soziale Förderprogramme, die zwar zeitlich begrenzt und unregelmäßig, aber kostenlos sind. So konnten bislang nur zwei Plätze mit Roma-Kindern besetzt werden. Die Zusammenarbeit mit sozialen Organisationen, niedrigschwellige Nachmittagsprogramme und Veranstaltungen sind nach wie vor nötig, um langfristig Vertrauen zu schaffen.

Neben dieser sozialen Ausrichtung geht es uns aber natürlich auch darum, dem Kindergarten in gemeinsamen Aktionen, Projekten, Beratungen als Kirchgemeinde Partner zu sein und christliche Werte in das Miteinander von Erziehern, Eltern und Kindern einzubringen.

Mit der Eröffnung des Kindergartens beginnt also eine neue spannende Etappe. Auch nach Ende der Bauarbeiten bleibt viel zu tun. Doch es sind in den vergangenen Monaten nicht nur leblose Wände errichtet worden. Viele haben Arbeit und Anstrengung, Geld, Zeit und Ideen einfließen lassen. Bereits jetzt hat der Kindergartenbau Menschen zusammengeführt und verbunden. Darauf lässt sich mutig weiterbauen.

Constance Šimonovská, Pfarrerin in Rumburg


27.11.2013, 15:04