9. 6. 2012

Sehr geehrte Mitglieder der Synode der EKBB!

Gerhild Herrgesell (foto)

Landeskuratorin der Evangelischen Kirche A.B in Österreich

Sehr geehrte Mitglieder der Synode der EKBB! Wien, 31.5.2012

Vorweg möchte ich die herzlichsten Grüße der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche A.und H.B in Österreich überbringen. Wir freuen uns, dass unsere Beziehungen über ein rein nachbarschaftliches Verhältnis hinausgehen und dass nicht nur wir zu Ihnen eingeladen werden, sondern auch immer Vertreter ihrer Kirche an unseren Synoden teilnimmt.

Das Papier über die Wiedergutmachung des Unrechts habe ich mit Spannung gelesen. Die Bemühungen seitens der Kirchen sind beachtlich, um mit dem Staat zu einer Einigung zu gelangen, die für alle Betroffenen akzeptabel ist. Ich sehe, dass sie noch einiges an Wegstrecke vor sich haben, aber schon sehr weit gekommen sind. Seitens der evangelischen Kirche in Österreich kann ich Ihnen Gesprächsbereitschaft anbieten, vielleicht können wir Ihnen mit einigen Ideen zur Durchführung einer nachhaltigen Form der Finanzwirtschaft beratend zur Seite stehen.

Auch in Österreich sind Mitglieder der Evangelischen Kirchen in der Minderheit, ca. 350 000 Menschen gehören dazu. Durch abnehmende Taufzahlen und allgemeinen Nachwuchsmangel werden auch wir weniger, nicht dramatisch, aber stetig. Daher denken wir sehr intensiv über die Zukunft nach. Dies tun wir einerseits mit den Möglichkeiten einer missionierenden Kirche – Stichwort „evangelisch evangelisieren“ in Form von verstärkter Gemeindearbeit, - vor allem Kinderarbeit. Es wurden in den letzten Jahren an einer Vereinheitlichung der Gemeindefeste unter dem Stichwort „Du bist mehr“, an einem Pilgerweg „auf dem Weg des Buches – auf den Spuren der Bibelschmuggler“, an verstärkter gemeinsamer Konfirmandenarbeit aber auch an neuen Formen der Betreuung von alten Menschen gearbeitet. Evangelische Kirche in Österreich ist – das spüren wir immer wieder, nicht sehr präsent und bekannt in der allgemeinen Öffentlichkeit. Dies möchten wir spätestens bis zum Reformationserinnerungsjahr 2017 ändern.

Die finanzielle Situation gibt uns natürlich auch einiges zu denken auf. Durch langfristige Planungen sowohl im Personalbereich, als auch in den diözesanen Aufgabenbereichen, versuchen wir sorgfältig und nachhaltig mit den uns anvertrauten Geldern umzugehen. Im Zuge unserer Kirchenreform, die auf der Synode 2011 beschlossen wurde, gibt es nun ein sogenanntes „“Kirchenpresbyterium“, das planend und innovativ sich genau mit diesen Schwerpunkten beschäftigen wird. Auf unserer Synode, die in der kommenden Woche stattfinden wird, werden viele Funktionen, Ausschüsse und Kommissionen neu gewählt. Damit werden Weichen gestellt für die Zukunft. Ich kann ihnen aber versichern, dass unsere Verbundenheit mit Ihnen bestehen bleiben wird und wünsche Ihnen alles Gute und Gottes guten Segen für all Ihre Vorhaben und ihre Arbeit in der Synode.