Sechzig Jahre Frauenordination innerhalb der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder

Im November 2013 sind 60 Jahre seit der Einführung der Frauenordination durch die XI. Synode der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder vergangen. Die ersten vier Frauen, Eva Peroutková (später Nechutová), Alena Srnková (geb. Štěrbová), Jarmila Jeschkeová (geb. Štěpánková) und Antonie Slámová, wurden am 13. Dezember 1953 zum Dienst an Wort und Sakrament ordiniert.

Die Diskussion über die Einführung von Frauen in das Pfarramt wurde in ganz Europa bereits seit den 30er Jahren geführt. Im Jahre 1933 berichtete die Zeitschrift Český bratr, dass Präsidenten T.G. Masaryk bei einer Audienz fragte, ob an der Hus-Fakultät auch Frauen studieren würden und sich dafür interessierte, wie die EKBB zur Frauenordination steht. Als er erfuhr, dass die Synode die Frauenordination nicht befürwortet hatte, meinte er, dass Frauen nach allgemeiner Auffassung von Natur aus frömmer seien, und fragte, warum man ihnen also die Möglichkeit als Geistliche zu arbeiten nicht geben sollte.

Die, die sich gegen die Ordination stellten, hatten Bedenken, dass Pfarramt und Kirche durch die Berufung von Frauen als Pfarrerinnen an Ansehen verlieren. Die langjährige Diskussion innerhalb der Kirche, die nicht ohne Wortgefechte abging, setzte sich bis zur entscheidenden Synode im Jahre 1953 fort, bei der die Frauenordination nahezu einstimmig beschlossen wurde.

„Im Jahre 1953 wurden in Poděbrady die ersten vier Frauen in der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder ordiniert. Es ordinierte uns Viktor Hájek und benutzte einen Text aus dem Buch Jesaja: ,Ich sende euch, das Evangelium zu verkünden den Stillen und denen, die bedrückten Herzens sind usw.’ Das weiß ich noch gut. Auch die Eltern waren dabei.“ so erinnert sich Alena Šounová Srnková. Damals empfanden die ordinierten Frauen in ihrer Umgebung Wohlwollen und hatten Freude an der Gemeindearbeit. Unannehmlichkeiten kamen eher von Seiten der Kirchenleitung oder der staatlichen Verwaltung.

Die Erfahrung der jüngeren Pfarrerinnen in der Gegenwart ist folgende: „... die Menschen schätzen meine offene, menschliche, liebe Art ihnen gegenüber. Sie, Frau Pfarrerin, haben unsere Gemeinde so schön erwärmt... Eine Pfarrerin mit Kinderwagen und mit den Menschen auf dem Spielplatz und an anderen Orten, wo junge Menschen zusammenkommen, redend, ist ein Vorteil.“

Gabriela Fraňková Malinová

11.04.2014, 16:59