30.12.2015 21:27

Professor ThDr. Pavel Filipi

  Professor ThDr. Pavel Filipiverstarb in den frühen Morgenstunden des 28. Dezember 2015 im Alter von 79 Jahren in Prag. Pavel Filipi stammte aus einer Familie, die seit der Zeit des Toleranzpatents zu den Schriftgetreuen im Ort Telecíauf...
01.12.2015 15:47

Die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder hat eine neue Führung. Sie möchte Hoffnung und Vertrauen auf die Zukunft bringen

  Während eines feierlichen Gottesdienstes wurde in Prag am Samstag, den 21. November, der neue Synodalrat der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) in ihr Amt eingeführt. Sie möchte an die Tradition der böhmischen und...
12.11.2015 16:46

Wir und die Migranten

  Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt. (Hebräer 13,2)   Das große Thema der in diesem Jahr geführten öffentlichen Debatten sind die Flüchtlinge, Menschen, die aus den...
22.10.2015 15:42

Gemeinsame Erklärung des Synodalrates der EKBB und der Diakonie der EKBB zur Flüchtlingskrise

  An alle Gemeinden und Predigtstationen der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder Prag, den 9. Oktober 2015   Liebe Schwestern, liebe Brüder,   den vor Gewalt und Krieg flüchtenden Menschen muss man helfen. Davon...
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Gibt es in Tschechien Menschenhandel?

Kennt die Europäische Union ein wirksames Instrument im Kampf gegen Menschenhandel und -ausbeutung? Gibt es in der Tschechischen Republik Menschenhandel? Anlässlich des Europäischen Tages des Kampfs gegen Menschenhandel veranstaltete die Diakonie der EKBB – Zentrum für landesweite Programme und Dienste am Donnerstag, den 18.10.2012 eine Pressekonferenz. Auf dem Podium traten Vertreter des Innenministeriums, Rechtsberater ausgebeuteter Arbeiter, Vertreter der Partnerorganisation La Strada, Vertreter der Polizei der Tschechischen Republik, des Staatlichen Amtes für Arbeitsinspektion und weitere Fachleute auf.

Unwürdige Bedingungen von Hunderten Arbeitern in ganz Europa weisen Zeichen von Ausbeutung und Menschenhandel auf. In der Tschechischen Republik fielen bislang nur zwei rechtsgültige Urteile wegen der Straftat des Menschenhandels außerhalb des Bereichs Sex-Business. Hinsichtlich der bestehenden Legislative der Tschechischen Republik und der ablehnenden Haltung einiger staatlicher Vertreter und Richter ist es sehr schwierig, Menschenhandel als Straftat nachzuweisen. Das Verhältnis von Ausbeutenden und Ausgebeuteten wird oft auf der Ebene eines zivilrechtlichen Streits aufgefasst.

Die strengere Migrationspolitik der Tschechischen Republik während des letzten halben Jahres spielt Vermittlungsagenturen und Endfirmen zu. Eine gemietete billige Arbeitskraft ist für diese Firmen lukrativ und die Gewinne aus dieser Straftat sind Teil der grauen Wirtschaft. Es ist nötig, diese Kriminalität als Straftat gegen Freiheit und Menschenwürde und zugleich als Delikt der Wirtschaftskriminalität genau zu definieren. Daneben „blüht“ weiterhin der Handel mit Menschen im Bereich des Sex-Business, wie der Leiter der Abteilung Sicherheitspolitik des Innenministeriums Martin Linhart anmerkte. „Die Traumatisierung der Opfer sexuellen Missbrauchs ist dabei noch größer.“ fügte er hinzu.

Nach Ansicht von Fachleuten und Mitarbeitern von gemeinnützigen Organisationen ist das Hauptproblem bei der Hilfe für Opfer, dass diese nicht bereit oder nicht fähig sind, das Problem zu melden und vor Gericht auszusagen. „Unsere Inspektoren treffen mit den Opfern oft als erste zusammen. Auch wenn wir den Verdacht haben, dass die Angestellten ausgebeutet werden, ist es sehr schwierig sie zu bewegen, dies zu bestätigen und aussagen. Sie schweigen, haben Angst, verschleiern, verstehen nicht,“ erklärt Dalimila Solnická vom Staatlichen Amt für Arbeitsinspektion. Dies bestätigt auch die Juristin Romana Píšová. Ein Betroffener sucht ihrer Ansicht nach nur selten selbst Hilfe, sondern in den meisten Fällen über eine gemeinnützige Organisation, wie La Strada oder eben die Diakonie. „Wenn er uns seine Geschichte erzählt, hat er die Tendenz einen Teil zu verschweigen. Das ist das Hauptproblem,“ führt Píšová an.

Die Opfer sind oft ohne Geld, abhängig vom Arbeitgeber. In fremder Umgebung sind diese Menschen orientierungslos und haben keine Kontakte. Die Fachleute sind sich daher einig, dass die Zusammenarbeit von Polizei, Gericht und gemeinnützigen Organisationen notwendig ist.

An die Pressekonferenz knüpfte ein Gesellschaftsabend mit einer Fotoausstellung zum Thema Ausbeutung und Menschenhandel an. Den Abend begleitete die Musikformation Transitus Irregularis. Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung der Botschaft der USA in Prag realisiert.

ph

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