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In den Tagen vom 24. bis 27. Juni besuchte eine Delegation der Evangelischen Kirche der Pfalz Prag – Kirchenpräsident Christian Schad, Oberkirchenrat für Ökumene und Diakonie Manfred Sutter und Oberkirchenrätin für Finanzen Karin Kessel.
Die Delegation konnte die sommerliche Stadt von vielen Seiten kennenlernen: von einem Abendspaziergang durch die Prager Altstadt über eine Begegnung mit der Leitung der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder bis zu einer Oper im Nationaltheater.
Am Montag, den 25.6. wurden die Gäste aus der Pfalz empfangen von Synodalsenior Joel Ruml, weiteren Mitglieder des Synodalrats, der Leitung der Zentralen Kirchenkanzlei und der Abteilung für Ökumene und Auslandsbeziehungen. In den Gesprächen zeigte sich, dass die EKBB und die Pfälzer Kirche in Größe, Arbeitsweise und ihren Wurzeln viel gemeinsam haben. Die Evangelische Kirche der Pfalz entstand ähnlich wie die EKBB aus der Vereinigung von reformiertem und lutherischem Bekenntnis, aber bereits im Jahr 1818, also hundert Jahr vor der EKBB.
Die Gäste interessierten sich für die Situation in einem postkommunistischen Land und verglichen die Erfahrungen der EKBB mit denen, die sie in einer Partnergemeinde in der ehemaligen DDR kennengelernt hatten. Joel Ruml unterstrich die Hilfe, die die tschechischen Protestanten zu kommunistischen Zeiten von westlichen Kirchen erhalten haben und erklärte das Verständnis und die Bemühung der EKBB, Menschen zu helfen, die sich heute in einer ähnlichen Situation befinden: Gläubigen auf Kuba und in Belarus.
In der Pfalz wird Wert auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gelegt. Die Kirche betreibt viele Kindergärten und verschiedene Schulen. Alle Pfarrer haben die Pflicht sechs Stunden pro Woche Religionsunterricht an Schulen zu erteilen. Die Gäste fragten, wie es um Schulen und Religionsunterricht in der Tschechischen Republik steht. Sie halten Aktivitäten für wichtig, die nicht direkt kirchlich sind, aber zu einer Beziehung zur Kirche führen: Chöre, Kirchenmusik, Veranstaltungen für Kinder oder die kommunale Öffentlichkeit. Auf die Frage, was die Kirche in Zeiten knapper werdender Finanzen zuerst aufgibt, sagte Karin Kesse: “Wir verkaufen Häuser, weil wir Aktivitäten nicht einschränken wollen. Durch Aktivitäten lebt die Kirche und baut Brücken in die Gesellschaft“.
„Wir können in Vielem von Ihnen lernen“, sagte Christian Schad. „Wahrscheinlich erwartet uns mit der Zeit auch die Situation einer verstreuten Diasporakirche im säkularen Umfeld, auch wenn bislang bei uns gilt, dass ca. 80% der Menschen sich zur Kirche bekennen. Kinder taufen zu lassen und zum Religionsunterricht zu schicken, Konfirmation und kirchliche Trauung sind bislang noch üblich.“
Am Nachmittag stand eine Begegnung mit dem Prodekan für internationale Beziehungen und einem Dozenten für praktische Theologie an der Evangelisch-theologische Fakultät auf dem Programm der Delegation. Am Dienstag besuchten die Gäste die EKBB-Gemeinde in der Prager Südstadt, deren Kirchbau von der Evangelischen Kirche der Pfalz kräftig unterstützt worden war. Sie trafen sich mit dem Pfarrersehepaar der deutschsprachigen Gemeinde Prag und dem Direktor des Zentrums für humanitäre und Entwicklungshilfe der Diakonie der EKBB.
Gäste und Gastgeber werteten den Besuch sehr positiv, denn er hat eine ganze Reihe von Anregungen für die weitere partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Kirchen eröffnet. Vor der Abreise dankte Kirchenpräsident Schad für die freundliche Aufnahme und die intensiven Tage in Prag.
Daniela Ženatá (Übersetzung: Oliver Engelhardt)


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