10.05.2013 08:52

Das Reformationsgedenken – eine Einladung an jede Gemeinde

  Im Jahr 2008 wurde in Deutschland die Lutherdekade eröffnet – ein Programm über zehn Jahre, das seinen Höhepunkt mit dem 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Martin Luther an der Schlosskirche zu Wittenberg seinen Höhepunkt findet....
30.04.2013 19:00

Die Diakonie hilft in Äthiopien

  Die Diakonie hilft auch äthiopischen Frauen. Wie hat sich deren Situation dank der Spendensammlung verändert? Wir schildern die aktuelle Geschichte einer von ihnen... Frau Woode Asharge (31 Jahre) nimmt bereits das zweite Jahr an dem...
18.03.2013 01:39

Die nächsten christlichen Begegnungstage finden im Juli 2014 in Wroclaw (Breslau) statt

  „ Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“ Gal 5,1 Görlitz, Niesky, Wisła (Weichsel), Český Těšín (Teschen), Görlitz, Prag,...
04.03.2013 09:20

Servitus feiert in České Budějovice (Böhmisch Budweis) 10jähriges Bestehen

  Die ökumenische Freiwilligenorganisation SERVITUS wurde im Mai 2003 von Vertretern evangelischer Kirchen, der jüdischen Gemeinde, der Caritas und der Diakonie gegründet. Im April diesen Jahres feiert sie also ihr zehnjähriges Bestehen, sowie...

Wir stellen Menschen auf eigene Füße

„Vergiss vor allem Flugticket, Pass und Moskitonetz nicht,“ verabschiedet sich Ivana vor Weihnachten von mir. Zwei Tagen nach den Weihnachtsfeiertagen treffen wir uns dann auf dem Weg zum Flughafen. Zusammen mit den vier Freiwilligen Petra Švecová, Ivana Swiatková, Eva Grollová und David Chudoba breche ich nach Äthiopien auf. Nein, wir fahren weder, um uns in der Sonne zu bräunen, noch zur Safari. Unser Ziel ist Bahir Dar, eine Stadt mit nahezu zweihunderttausend Einwohnern am Ufer des Sees Tana, 500 Kilometer nordwestlich von Addis Abeba. Bereits seit 2008 unterstützen Angestellte der Diakonie der EKBB mit freiwilligen Spendensammlungen das dortige charitative Projekt der äthiopischen evangelischen Kirche. Wir wollen uns heute überzeugen, wofür unser Geld verwendet wird.

 

Äthiopien. Wie nur in Kürze dieses Land vorstellen, das von sich behauptet, dass über ihm 13 Monate im Jahr die Sonne scheint, wo man Weihnachten im Januar und Neujahr im September feiert, gerade das Jahr 2004 schreibt und mittags die Uhren sechs Uhr anzeigen? Vielleicht gerade so: die Äthiopier benutzen den Julianischen Kalender, der im September beginnt und mit zwölf Monaten von 30 Tagen Länge und einem fünftägigen Monat rechnet. Nahezu die Hälfte der Äthiopier sind koptische orthodoxe Christen, deshalb Weihnachten im Januar. Der Tradition nach hat bereits der „Mohr“, den Philippus taufte (Apg 8,20), das Christentum nach Äthiopien gebracht und dieser Moment ist auch der Beginn der äthiopischen Zeitrechnung. 40% der Einwohner Äthiopiens sind Muslime. Juden - die Falascha - leben hier bereits seit dem Fall des ersten Tempels (567 vor unserer Zeitrechnung). Viele sind in den vergangenen Jahren nach Israel gegangen und so sind nur wenige hier geblieben. Sie haben jedoch kulturellen Einfluss – die Äthiopier berechnen bis heute die Zeit genau wie die Juden zur Zeit Jesu. Evangelisch sind in Äthiopien etwa 10 Prozent, also etwa 8 Millionen Menschen. Die evangelische Kirche ist jung. Offiziell ist sie erst 1959 entstanden. Missionare freilich wirkten im Land bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Missionare oder humanitäre Helfer schreiben soll. Das erste nämlich, was bei den Missionen entstand, waren Krankenhäuser. Und bis heute gehen in der äthiopischen evangelischen Kirche Predigt und Dienst Hand in Hand, ebenso wie Gemeinde und Diakonie. Man sagt, dass es nur Sinn macht, den Menschen zu predigen, wenn man sich dafür interessiert, wie sie leben.

 

Es geht also um die Übertragung des Evangeliums auf den Alltag. Und so ist es kein Wunder, dass die evangelische Kirche die erste (und oft die einzige) ist, die offen über HIV und AIDS spricht. Schon die einfache Information über die Krankheit und ihre Verbreitung hilft, die Ansteckung bedeutsam einzuschränken. Desweiteren hilft die örtliche Diakonie denen, deren Angehörige an AIDS gestorben sind, sie sorgt also hauptsächlich für Waisen und Witwen. Vor allem ist sie bemüht, Kindern ein Leben auf der Straße zu ersparen. Sie gründet keine Waisenhäuser oder Anstalten, sondern sucht Pflegefamilien für die Waisen, die sie aufnehmen. Den Witwen, die mit den Kindern allein zurückgeblieben sind, hilft sie, sich auf eigene Füße zu stellen, ein Gewerbe aufzubauen. Man regt also Menschen dazu an, sich selbst zu versorgen.

 

Die Spendensammlungen der Angestellten der Diakonie der EKBB, die wir seit 2008 nach Äthiopien senden, sind eben für diesen Zweck bestimmt. Sie helfen Witwen, die plötzlich mittellos geworden sind, ein eigenes Gewerbe aufzubauen. Ich muss sagen, dass es mich begeistert hat, wie kostengünstig und einfach dieses System funktioniert. Nur 5000 Birr (etwas über 200 Euro) reichen der äthiopischen Diakonie, um Witwen zu helfen, ein Gewerbe anzufangen. Die ersten 1000 Birr werden für die Organisation von Grundkursen genutzt, bei denen die Frauen direkt innnerhalb ihres Umfeldes überlegen können, auf welchem Gebiet sie tätig sein wollen. Oft handelt es sich um Schaf-, Ziegen- oder Hühnerzucht, den Verkauf von Obst oder Gemüse, um das Backen von Fladen oder ein kleines Geschäft. Die übrigen 4000 Birr werden für die Frau auf ein Bankkonto eingezahlt. Dieses Geld ist für den Aufbau eines Gewerbes bestimmt. Die Frauen können dafür Tiere oder Waren für den Start kaufen, Waage oder einen kleinen Ofen. Dann liegt es an ihnen. Die ersten drei Monate hat die neue Unternehmerin „finanziellen Urlaub“, ab dem vierten Monat jedoch muss sie beginnen zu sparen (mindestens 20 Birr monatlich). Einige Frauen, die wir besucht haben, haben vor kurzer Zeit als Unternehmerinnen begonnen, andere bereits vor mehreren Jahren. Es war eine Freude zu sehen, was sie mit wenig Geld aufbauen konnten. Sie waren entsprechend stolz darauf, dass sie aus den ersten wenigen Schafen, die sie von uns bekommen haben, schon eine kleine Herde gemacht haben und sich dazu Ziegen und Hühner anschaffen konnten ...

 

Wie in den vergangenen Jahren widmet die Diakonie der EKBB ihre Ostersammlung auch in diesem Jahr dem Aufbau von Unternehmen äthiopischer Frauen. In diesem Jahr haben wir uns entschieden, die Spendensammlung auch auf die Kirche und die breite Öffentlichkeit auszuweiten. Falls auch Sie helfen wollen, so finden Sie die notwendigen Informationen auf Englisch auf der Internetseite hrp.diakonie.cz/eng. Ehrlich gesagt, ich weiß keine bessere Investition...

 

Jan Dus

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