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Das Reformationsgedenken – eine Einladung an jede Gemeinde
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Ein Lächeln kostet nicht eine Krone
Meilensteine und Wahrnehmungen im Leben der neuen Personalistin
Martina Sklenářová (1973) studierte Sonderpädagogik und absolvierte auf dem zweiten Bildungsweg eine fünfjährige therapeutische Ausbildung. Sie arbeitete auf dem Gebiet der Drogenproblematik, später als Sachverständige für Verhaltensstörungen in einer pädagogisch-psychologischen Beratungsstelle. Sie arbeitete mit einem Familienzentrum zusammen, wo sie Elterngruppen und Kurse effektiver Elternschaft leitete. Im Februar 2012 trat sie in der Kirchenkanzlei die Stelle der stellvertretenden Leiterin der Abteilung Personalistik und Ausbildung an. Martina Sklenářová hat einen neunjährigen Sohn.
Woher stammen Sie und wo sind Sie aufgewachsen?
Ich stamme aus einer urwüchsigen Region, wie Jaromír Nohavica singt – aus Ostrava. Aufgewachsen bin ich in einem nicht-evangelischen Arbeitermilieu. Ich hatte keine besonderen Voraussetzungen dafür Protestantin zu werden, doch das Schicksal wollte es so. Ich bin zum Glauben gekommen und in die evangelische Kirche eingetreten. Vorausgegangen ist dem eine Zeit des Suchens in verschiedenen Gemeinschaften, auch bei Katholiken. Als ich zum Studium nach Brünn kam, begann ich, die evangelische Gemeinde in Židenice zu besuchen. Auf die Taufe hat mich Pfarrer Pavel Kašpar vorbereitet. Von meinem zwanzigsten Lebensjahr an bin ich also Prostestantin.
Was war der Wendepunkt in Ihrem Leben?
Das ist eine sehr persönliche Frage, doch sie gehört zu meinem Leben und Glauben wesentlich dazu. Im Jahre 1989 wurde ich in der Onkologie in Ostrava mit Lymphknotenkrebs behandelt. Das war am Schnittpunkt zwischen Kindheit und Erwachsenenalter, auch an der Grenze zwischen Verrückheit und lebendiger Wachheit. Und dies hat entscheidend mein Suchen beeinflusst. Es weckte in mir Fragen nach dem Sinn des Lebens, eine Art Liebe und Sehnsucht nach geistlichem Leben. Diese war schon gepflanzt, ist vielleicht nur geweckt worden. Ich sage immer, dass der Krebs mir das Leben gerettet hat. Er hat mich in die rechte Richtung geführt. Gott hat mich geführt und war mir nahe. Ich denke, das sollte so sein, ich sollte etwas begreifen. Im Wendejahr 1989 sind große Dinge in der Gesellschaft und in meinem Leben geschehen. Ich habe damals alles sehr sensitiv wahrgenommen, ich hatte durch die Chemotherapie Depressionen und eine aufgewühlte Wahrnehmung. Ich habe gesehen, dass alles am Anfang steht – das Leben der Gesellschaft und auch mein Leben. Ich wollte schrecklich gern leben und nützlich sein.
Was hat Sie dazu geführt, sich auf die Stellenausschreibung zu melden?
Hintergrund war eine persönliche Begegnung mit Synodalsenior Joel Ruml und seinem Stellvertreter Pavel Kašpar. Bereits drei Jahre habe ich extern für Pfarrer und Presbyter gearbeitet, für Leiter und Pädagogen von Schulen der Evangelischen Akademie Vorträge gehalten, Themen aus der Praxis dargebracht. Für die Kirche zu arbeiten, war für mich ein Aufruf. Auch der Wunsch nach Veränderung, danach die bisherigen Erfahrungen zu vertiefen und einen Dienst zu erweisen, steckte darin. Ich wollte immer mit Menschen arbeiten, mit Beziehungen. Und auf einmal kam dieses Angebot, das im langfristigen Horizont mit meinen Wünschen und Vorstellungen zusammenfiel. Dies bedeutete, aus Brünn wegzuziehen. Ich habe dies als Mission empfunden, als Dienst für die Kirche, die ich auch von anderer Seite her kennenlerne. Auf die Zusammenarbeit freue ich mich und ich denke, dass ich auch etwas anbieten kann.
Was ist Inhalt der Arbeit einer stellvertretenden Leiterin für Personalistik und Ausbildung?
Nun, das ist eine Menge. Es sind eigentlich zwei Positionen zusammengelegt worden: Personalistik umfasst die gesamte Lohnagende aller Angestellten der Kirche, die Berufung von Pfarrern, Positionswechsel, Vorbereitung von Materialien für die Sitzungen des Synodalrates, Vorbereitung von Synodenmaterialien, neue Dinge wie z.B. Supervision. Desweiteren gehören die gesamte Abteilung Erziehung, die Abteilung Jugend, die Jugendzeitschrift „Bratrstvo“ und verschiedene Projekte dazu. In diesen Tagen ist hier beispielsweise der Vertreter des schweizerischen Hilfswerkes HEKS und wir besprechen den Fortgang eines laufenden Projekts, das die schweizerische Seite unterstützt. Es gibt noch mehr, allmählich mache ich mich mit allem vertraut und dringe in den Stoff ein.
Unter die Überschrift Ausbildung gehört die Funktion des Leiters der Evangelischen Akademie. Unsere Kirche ist Träger von sechs Schulen, die in der Evangelischen Akademie vereinigt sind. Selbst habe ich eine der Schulen der Evangelischen Akademie absolviert, danach habe ich an der Brünner Höheren Fachschule drei Jahre extern unterrichtet, Fachseminare und Supervision für Lehrende vorbereitet. Die Verknüpfung mit der Personalistik bot sich also in meiner Person direkt an.
Ich habe eigentlich die Arbeit von zwei erfolgreichen Männern übernommen, von Jan Dus und Martin Čech. Und das ist für mich auch ein Appell. Mit keinem von beiden hatte ich zuvor professionell zu tun, so dass ich viele Dinge selbst entdecken und durchdenken muss. Ungern würde ich ihre Arbeit, die sie gut gemacht haben, verderben. Ich bemühe mich, an das anzuknüpfen, was schon geleistet wurde, und auf den Auftrag der Kirchenleitung hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung zu hören.
Wie haben Sie den Umzug nach Prag überstanden?
Das war anstrengend. Ich wollte nie im Winter umziehen und schon gar nicht im Februar. Das ist mein kritischer Monat. Und all das ist passiert. Der Mensch soll wohl das, vor dem er Angst hat, ausprobieren. Ich bin froh, dass wir es geschafft haben, vor allem mein kleiner Sohn, der überhaupt nicht irgendwo anders hinziehen wollte. Ich musste große Motivationshebel ansetzen, um ihn zu überzeugen, dass es gut wird. In der neuen Schule hat er die schwierigste Phase bereits hinter sich. Nun kommen schon ruhigere Zeiten, dazu der Frühling. Ich orientiere mich auch schon in der Arbeit. Es wird gut werden.
Werden in der Kirche Probleme anders gelöst als in anderen Organisationen?
Das Erste und Entscheidende ist, dass wir uns hier mit liebe Schwester und lieber Bruder anreden. Dies ist das Tor dazu, dass alles anders wird. Man geht von Gottes Wort aus und arbeitet mit ihm. Dazu die Tradition und der Protestantismus. Es ist einfach anders, als in irgendeiner anderen Organnisation. Es ist geistliche Arbeit und Arbeit mit Seele. Der Mensch erwartet, dass hier gute Beziehungen vorherrschen, denn er verbindet dies mit einer grundlegenden menschenlichen Anständigkeit, mit dem Bedürfnis gute Beziehungen zu seinen Nächsten zu pflegen. Und dies erfüllt sich hier. Ich habe früher in einem Kollektiv gearbeitet, das ausschließlich aus Frauen bestand, wo wir untereinander auch sehr gute Beziehungen hatten, doch hier bin ich auch für die männlichen Kollegen dankbar. Ich lerne noch ein bisschen, wie das funktioniert und freue mich, dass ich auch gut angenommen wurde.
Ist es ein Vorteil oder ein Nachteil, Frau in einer leitenden Funktion zu sein?
Ich sitze hier im vierten Stock in einer Abteilung voller Frauen und muss sagen, dass es ein großer Vorteil ist. Andererseits weiß ich, dass ich nicht mit dem typisch männlichen linearen Denken dienen kann. Ich versuche so ein bereichertes weibliches Verhalten anzubieten und bemühe mich gleichzeitig, beispielsweise in den Sitzungen sachlicher zu sein. Damit es schneller geht, damit wir voran kommen.
Haben Sie irgendwelche persönlichen und professionellen Wünsche für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass von meiner Arbeit etwas zu sehen sein wird, wenn ich einmal weggehe. Dass sie konkreten Menschen Freude bringt, dass ich an meinem Platz nützlich bin. Ich denke, dass es unserer Kirche gut tun würde, wenn sie manchmal den Verstand in die Herzgegend schicken würde. Damit die Pfarrer nicht ausbrennen, sondern Freude weitergeben.
Was möchten Sie den Lesern mitgeben?
Ich würde allen das Motto weitersagen, dass mir mein Vater immer gesagt hat. Als ich in der Pubertät war, habe ich darüber den Mund verzogen, doch je älter ich werde, um so mehr schätze ich es. Vater sagte: Eine Lächeln kostet nicht eine Krone. Also liebe Leser, geizt nicht mit einem Lächeln für den Nächsten!
Daniela Ženatá


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